10. VLÖ-Volksgruppensymposium im Banater Bergland

Schulwesen der deutschen Volksgruppen in Ostmittel- und Südosteuropa

Vor zehn Jahren rief der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) im Wiener Haus der Heimat eine Initiative ins Leben, die seither unter dem Titel “Volksgruppensymposium der deutschen Volksgruppen aus Ostmittel- und Südosteuropa” veranstaltet wird. Der Gründungsidee zufolge sollten Vertreter aus den Reihen der deutschen altösterreichischen Volksgruppen aus dem ehemaligen Raum der Donaumonarchie jährlich zusammen kommen, um über aktuelle Themen zu diskutieren und sich gegenseitig über die jeweils eigenen Erfahrungen zu informieren. In den letzten zehn Jahren sind enge Freundschaften entstanden, wurden wichtige Kontakte geknüpft und es entstand eine rege Einladungskultur. Den kleineren deutschen Volksgruppen konnte zudem die Gewissheit “Ihr seit nicht allein” vermittelt werden, was für deren Ringen um die eigene Identität sehr wichtig ist.

Das Jubiläumssymposium 2010 fand in Reschitz im Banater Bergland in Rumänien statt. In den Tagen zwischen dem 23. und 26. September wurde im Hotel Zeminic ausführlich die aktuelle Situation des deutschen Schul- und Bildungswesens erörtert. Im Vordergrund stand die Frage, in welchen Länder Ostmittel- und Südosteuropas sich nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Bildungseinrichtungen halten konnten und in welche Richtung sich die Situation seit der Wende vor 20 Jahren entwickeln konnte. Die Referenten gehören den deutschen Volksgruppen in Slowenien (Veronika Haring, Milena Meško), Kroatien (Zoran Schönberger), Ungarn (Nelu Bradean-Ebinger), Rumänien (Yvonne Christa Demenyi, Alexandra Damsea), Slowakei (Maria Recktenwald, Mensel Berta), Schlesien (Hubert Kolodziej), Tschechien (Irene Kunc) und der Ukraine (Valentyna Sulina, Oksana Kazantseva) an. Neben den deutschen Volksgruppenvertretern berichtete noch Thomas Hüttner über die Geschichte der Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM) und Helmut Loicht über den Ungarndeutschen Schulverein.

Teilnehmer des Volksgruppensymposiums in Reschitz 2010
Teilnehmer des Volksgruppensymposiums in Reschitz 2010 (Quelle: Bildarchiv Haus der Heimat, Wien)

Eine Aufführung eines Stücks von Rudolf Hollinger (Wenn sich die Wege nur kreuzen) im Reschitzer Stadttheater mit Schauspielern des Pygmalion-Theaters aus Wien, eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal der Banaterdeutschen Rußlanddeportierten, ein Besuch von Wolfsberg mit Darbietungen des Franz Stürmer-Chors, des Banater Bergland-Trios sowie der Volkstanzgruppe Enzian rundeten das reichhaltige Programm ab.

Es gehört auch schon zur guten Tradition des VLÖ-Volksgruppensymposiums, dass das österreichische Außenministerium einen Vertreter entsendet. Diesmal kam Mag. Walter Hecher, Attache an der österreichischen Botschaft in Bukarest, nach Reschitz. Tradition ist es auch, das Symposium gemeinsam mit der jeweils vorort tätigen deutschen Volksgruppe zu organisieren. Diesmal war es das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen unter seinem Vorsitzenden Erwin Ziegler, der keine Mühen scheute, um den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu schenken, das allen in bester Erinnerung bleiben wird.

Abschließend möchte sich der VLÖ auch für die sehr wertvollen Ausführungen zur Geschichte des Banats, seiner Kultur, seiner Wirtschaft, seiner Bildungseinrichtungen und der Entwicklung seiner multiethnischen Bevölkerungsstruktur bedanken. Dieser Dank gilt Hans Dama und Nelu Bradean-Ebinger, die beide aus dem Banat stammen und die deutsche Siedlungsgeschichte aus unterschiedlichsten wirtschaftlichen, sozialen, geographischen und kulturellen Gesichtspunkten vorstellten. Dieselbe Anerkennung gebührt auch Reinhold Reimann (Alpenländischer Kulturverband Südmark, Graz) für seine anschauliche Präsentation des Banater Berglands.

2010-10-01