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Wir Kinder der VertriebenenkinderGedanken von Susanne Paulus (geb. Geringer), die dem „Club der Jungen Donauschwaben“ in Wien angehört. Mehr Informationen über diese bemerkenswerte Gruppierung per ePost: susanne.paulus@gmail.com
Wir kennen dieses fremde, ferne Land seit frühen Kindertagen mehr oder weniger gut aus Erzählungen und Bildern, je nach eigenem Interesse und Mitteilungsbereitschaft unserer Verwandten: sein Name ist „Drhem“. Ob wir wollen oder nicht, ob es uns bewusst ist oder nicht, wir stellen eine Gemeinschaft dar: die der Kinder von Vertriebenen. Und somit sind wir Zeugen einer geschichtlichen Epoche, die in der zeitgeistigen öffentlichen Meinung und Historiografie gerne nur gestreift und beflissen dem Aufrechnungs-Diktat von Schuld und Sühne unterworfen wird. Durch dieses Privileg des unmittelbaren Kontaktes und der Kommunikation mit Vertriebenen und Heimat-Verlorenen werden wir selbst zu Zeitzeugen der Geschichte, verpflichtet zur Wahrung, Weitergabe und verantwortungsvollem Umgang mit dem uns anvertrauten Wissensgut. Dabei ist es von nachrangiger Bedeutung, von welchen Fleckchen der Erde damals die Spuren der Kinder, die unsere Eltern geworden sind, verschwunden sind– es war sicher jeweils das schönste, das am meisten vertraute, das selbstverständlichste der Welt. Es liegt an uns, den Nachgeborenen, den Brückenschlag zwischen den Generationen zu vollziehen: von den Menschen jener Generation, welche die zutiefst erschütternde, paralysierende Erfahrung von Vertreibung, Hunger, Not und Angst machen musste, über uns, ihren Kindern, die wieder in einer heilen Welt leben dürfen, die jedoch die Traumatisierung und das Entwurzeltsein ihrer Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten zum Teil auch mit verinnerlicht haben, weiter zu unseren Kindern und Enkelkindern, für die naturgemäß der zeitliche und emotionale Abstand zu den Einzelschicksalen ihrer Vorfahren immer größer werden wird. Sowohl ihr sachlicher wie auch ihr ideeller Zugang zu den Geschehnissen um die Vertreibung aus den ursprünglichen Lebensräumen, aus welcher immerhin ihre Existenz und ihr nunmehriger Aufenthalt in diesem Land resultiert, wird ein anderer sein als jener der ersten beiden Vertriebenengenerationen. Niemand kann ihn vorhersagen, zu viele gesellschaftspolitische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Aber wir können heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unsere Nachkommen in dem Bewusstsein heranwachsen, dass Krieg Unrecht ist, dass Völkermord Unrecht ist, dass Vertreibung Unrecht ist und die Verletzung der Menschenrechte. Die Gruppe der „Jungen Donauschwaben“ lädt die Jugendgruppen der Landsmannschaften der Sudetendeutschen und der Siebenbürger Sachsen ein, so manches Stück dieses Weges miteinander zu gehen. Unsere Interessen und Ziele unterscheiden sich nicht voneinander, wir sollten sie daher auch gemeinsam verfolgen. Wir sehen unsere Zukunft in einer Gemeinschaft aller interessierten Nachkommen von Heimatvertriebenen, bei welcher die geografische Herkunft eine untergeordnete Rolle spielt. Selbstverständlich wird jede Volksgruppe ihre Identität und Tradition innerhalb dieser Gemeinschaft wahren und pflegen. Gerade dabei kann die gegenseitige Unterstützung sehr hilfreich sein. So planen wir etwa kulturelle Veranstaltungen im Festsaal des Hauses der Heimat in Wien, an deren Zustandekommen und Durchführung die Jugendgruppen aller drei im Haus vertretenen Landsmannschaften beteiligt sein sollen. Beginnen werden wir damit im kommenden Herbst, wo an drei Terminen von den „Jungen Donauschwaben“ organisierte Konzertabende stattfinden werden: Samstag, 10.09.2011: Klassisches Konzert Alle Landsmannschaften im Haus der Heimat und ihre Freunde sind dazu herzlich eingeladen. In der Folge sind weitere Veranstaltungen und gemeinsame Projekte geplant, die den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, legen sollen. |