Leidensweg der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien 1944-1948

Verlag der Donauschwäbischen Kulturstiftung, München
Preis: € 25,- pro Band

Die Donauschwäbischen Kulturstiftung, München, erarbeitete mit ihrem Arbeitskreis Dokumentation im Bundesverband der Landsmannschaft der Donauschwaben aus Jugoslawien, Sindelfingen die vierbändige, 4066 Druckseiten starke Reihe Leidensweg der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien 1944-1948.

  • Band I: Ortsberichte, 1991 erschienen, schildert die Schicksale der Orte mit deutschen Bewohnern;
  • Band II: Erlebnisberichte, erschienen 1993, bringt die Berichte von Personen der Erlebnisgeneration;
  • Band III: Erschießungen - Vernichtungslager - Kinderschicksale, erschienen 1995, gibt eine Aufschlüsselung der politischen Hintergründe und versucht erstmals eine systematische Darstellung der Verfolgung, insbesondere der Erschießungsvorgänge, der Vernichtungslager und Kinderschicksale;
  • Band IV: Menschenverluste - Namen und Zahlen, erschienen 1993, dokumentiert die  Menschenverluste der Donauschwaben aus dem vormaligen Jugoslawien mit rund 60.000 Namen, auf Orte aufgeschlüsselt, und in ganzheitlichen Statistiken, darunter die Namen von 40.000 der rund 60.000 zivilen Opfer.

Die vier Bände erschienen im Verlag der Donauschwäbischen Kulturstiftung, München. Sie umfassen jeweils rund 1000 Druckseiten. Preis: € 25,- pro Band.
Die vom Universitas-Verlag München  herausgebrachte inhaltsgleiche Lizenzausgabe der drei ersten Bände läuft unter dem Titel: Weißbuch der Deutschen aus Jugoslawien.

Leidensweg der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien 1944-1948

Die Buchreihe, die der rund 20 Personen umfassende “Arbeitskreis Dokumentation” im Auftrag der DKS zwischen 1990 und 1995 verfasste, bildet ein Gemeinschaftswerk der Deutschen aus dem vormaligen Jugoslawien. Die Arbeit geschah im Einvernehmen mit den Verbänden der Donauschwaben in den neuen Heimatländern.

In den vorgelegten Büchern wird der Vorgang des Völkermords an den Deutschen des vormaligen Jugoslawien in seiner historischen und ethischen, aber auch völker- und menschenrechtlichen Dimension ausgeleuchtet und von den Überlebenden in meist erschütternden Erlebnisberichten geschildert.

Die Bände entstanden in der Hauptsache aus einer Sichtung und Zusammenschau der Berichte der Erlebnisgeneration, die im Bundesarchiv Koblenz (jetzt: Bayreuth) sowie aus Ortsmonographien und Zeitschriften erhoben werden konnten. Die jugoslawischen Archive, namentlich das militärhistorische Archiv in Belgrad, waren für die heimatvertriebenen Autoren nicht zugänglich.

Durch eine minutiöse Sichtung der Erlebnisberichte konnte, so besonders in Band III, erstmals auch eine genauere systematische Darstellung der Erschießungen und der Lagerinternierung sowie der Differenzierung der Lager in örtliche Arbeitslager, bezirkliche Zentrallager und regionale Vernichtungslager vorgenommen werden. Die systematische Darstellung der Verfolgungs- und Eliminierungsvorgänge hat sich bis heute als stichhältig erwiesen und bedeutet insofern einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte und eine Ergänzung und Präzisierung dessen, was in der “Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa, Bd. V: Das Schicksal der Deutschen in Jugoslawien”, Bonn 1961, vorliegt. Kenner der Situation, jugoslawische wie donauschwäbische, stellten fest, dass wesentliches Archivmaterial, die Eliminierung der Deutschen aus Jugoslawien betreffend, schon vor der “Wende” und dem Zerfall Jugoslawiens vernichtet wurde.

2017-02-07